Derzeit gibt es keine Informationen über anstehende Ausstellungen.

Vergangene Ausstellungen:

15.06. – 15.09.2019  : :  Die Werkstatt

web_20190617_diewerkstatt_01

Mitglieder der Darmstädter Sezession in ihren Ateliers

Die Mitglieder der Darmstädter Sezession leben im gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus. Aber egal wo sie sind, ihr Arbeitsplatz trägt den selben Namen: Atelier. Der Fotoclub Darmstadt hat über 40 Mitglieder an und in ihren Wirkungs- und Werkstätten besucht und porträtiert. Die Ergebnisse dieser Reisen geben Einblick in die Orte, an denen Kunst entsteht. Ganz so wie der Ausstellungsort selbst einer dieser Orte war und ist: bis zu ihrem Tod im Jahr 2017 diente das Gebäude der Künstlerin Siegrid Siegele – langjähriges Mitglied der Darmstädter Sezession – als Mittelpunkt ihres Lebens und Schaffens.

Die Ausstellung „Die Werkstatt“ war Teil des Kunstfestivals „Den Bogen spannen – 100 Jahre Darmstädter Sezession“, das vom 08.06. – 15.09.2019 für 100 Tage lang den gesamten Stadtraum bespielt hat. Informationen zum Festival finden Sie unter www.denbogenspannen.de



12.03. – 22.04.2018  : :  Von der Erde genommen

01_20180312_innenraum1_web

Künstlerische Positionen mit/über Sand, Ton, Keramik und Lehm

 

Mit Arbeiten von Harun Farocki, Well Habicht, Paul Simon Heyduck, Eberhard Linke, Patrick Richter & Thomas Tiltmann, Sigrid Siegele

Wir müssen davon ausgehen, dass schon unsere Ahnen gerne im Matsch gespielt haben. Lange bevor Menschen ihre Umwelt mit Werkzeugen gestalteten, haben die Hände unserer Vorfahren bar jeder Hilfsmittel nasse Erde geformt.

Ohne große Mühe lassen sich Sand, Ton und Lehm bearbeiten, es entstehen Haufen, Würste, Kugeln und Körper. Leider können wir uns diese frühen Zeugnisse menschlichen Handelns nur innerlich vor Augen führen. Vermutlich lag die Halbwertszeit der entstandenen Produkte im Idealfall bei wenigen Tagen.

Doch der Gestaltungswille des Menschen forderte Dauer und aus Lehm wurden Ziegel, aus Ton wurde Keramik und aus Sand wurden Mörtel und Zement. Der ursprünglichen Geste der Hand-Arbeit wurden über die Jahrtausende mehr und mehr Möglichkeiten hinzugefügt, so das die Zahl der Formen ins schier unermessliche stieg. Was Künstler der letzten Jahrzehnte mit ihren Vorfahren aus grauer Vorzeit verbindet, ist der Wille zur Be-Geisterung des Materials, oder anders gesagt: der Wille der Erde Leben einzuhauchen.

Die Ausstellung versammelt Positionen, denen der Rückgriff auf Sand, Ton oder Lehm – Bodenstoffen also – gemein ist. Ob unmittelbar, gebrannt, verformt, filmisch oder ganz anders: eine Erdnähe ist den hier versammelten Positionen trotz medialer Vielfalt nicht abzusprechen. Damit verbunden ist auch das gefühlte Gewicht, denn die hier versammelten Werke wiegen schwer.

„Von der Erde genommen“ – der Titel der Ausstellung variiert einen biblischen Satz, der zentral ist im christlichen Trauerritus. Zum einen verweist er auf das dem Künstler durchaus verwandte Bild der göttlichen Belebung, der Erschaffung des Menschen aus dem Boden des Ackers.

Der Rückgriff auf diese Zeilen geschieht jedoch auch, um der Stifterin der Räumlichkeiten mit dem Auftakt zu gedenken. In den ersten Wochen des vergangenen Jahres verstorben, hinterlässt Sigrid Siegele in den Reihen der Darmstädter Sezession eine große Lücke. Aber so wie zu Lebzeiten hat sie auch in Abwesenheit noch viel zu geben: Erinnerungen, Werke und den Auftrag, ihre frühere Wirkungsstätte mit neuem Leben und neuer Kunst zu füllen.